Kurt Keller, Leser- und andere Briefe


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Der Euro ist ein unstabiles Projekt


1992 habe ich dem EWR noch zugestimmt. Im Jahr 2000 wurde der Euro vorerst als Buchgeld eingeführt. Am 1. Januar 2002 kam das Bargeld mit Champagner und Feuerwerk unters Volk. Frankreich hat diese wichtige Integration gefordert. Deutschland erkaufte sich mit seinem Einverständnis zu diesem übereilten Schritt die Wiedervereinigung. Nicht alle Länder der EU hatten den nötigen Mut dieser Währungsunion beizutreten.


Zumindest Theo Waigel, der Deutsche Finanzminister, bestand erfolgreich auf einer jährlichen Neuverschuldung von maximal 3% des BIP aller teilnehmenden Staaten. Als dann Deutschland ab 2002 unter Finanzminister Eichel die Neuverschuldung während 3 Jahren zwischen 0.6% und 0.9% ungestraft überschritten hatte, war dies eine kleine Notiz in den Medien.


Für mich war dies der Wendepunkt. Mein Vertrauen in die EU war dahin. Wenn die stärkste Wirtschaftsmacht des Kontinents, ihre eigenen, unter Waigel durchgeboxten Stabilitätsregeln ohne Not und Strafe missachten kann, wird der Euro keine stabile Währung sein. Den wirtschaftlich schwächeren Ländern der Eurozone hat das Beispiel Vorschub geleistet, mit den Regeln zur Stabilität noch erheblich grosszügiger umzugehen.


Für solche Leserbriefe hatte der Tages - Anzeiger 2005 keinen Raum.


Euro und die Schweiz

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